Wie Hormone die weibliche Laune beeinflussen

Theatermasken

Viele Frauen kennen wohl diese Situation: man ist empfindlich und schnell gereizt, man brüllt ohne wirklichen Grund den Partner an oder bricht in Tränen aus. Und dann, am nächsten Tag, tritt die Periode auf und man weiß, dass diese nicht ganz unschuldig an der schlechten Laune vom Vortag war. Das prämenstruelle Syndrom (PMS) tritt bei circa. 30 bis 40 Prozent aller Frauen auf und kann sich in unterschiedlichen psychischen und physischen Symptomen ausdrücken. Doch was genau passiert im weiblichen Körper vor und während der Periode?

Der weibliche Zyklus bezeichnet die Zeitspanne vom ersten Tag der Periode bis zur nächsten Blutung. Dabei steht die Periode eigentlich am Ende des Prozesses des Eisprungs. Sie tritt auf, wenn das Ei unbefruchtet geblieben ist. Die Hormone, die vom Gehirn aus gesteuert werden, werden je nach Phase des Zyklus in unterschiedlichen Mengen in den Eierstöcken produziert, was eben unsere Laune dementsprechend beeinflusst. Dabei handelt es sich um die Hormone Östrogen – das Weiblichkeitshormon –  , Testosteron  – das Männlichkeitshormon – und Progesteron. Östrogen hat den Effekt, dass man sich gut fühlt, Gefühle stärker wahrnimmt und andere umsorgt. Nebenbei sorgt es für eine weiche, straffe Haut. Testosteron stimuliert die Tatkraft, darunter auch die Libido. Und Progesteron bewirkt, dass man sich entspannt fühlt.

Gut gelaunt vor dem Eisprung und entspannt danach

Am ersten Tag des Zyklus, also der Periode, sind alle drei Hormonarten auf einem sehr niedrigen Level im Körper vorhanden. Dies kann dazu führen, dass wir uns matt, aber auch unausgeglichen fühlen. Ungefähr am 8. Tag des Zyklus fängt das Östrogenlevel an zu steigen, da es die Gebärmutter schon für den nächsten Eisprung vorbereitet. Die eigene Laune verbessert sich durch das erhöhte Östrogen spürbar. Auch das Testosteronlevel erhöht sich. Zum Zeitpunkt des Eisprungs herum (ca. Tag 14 des Zyklus) sind wir durch das stärker vorhandene Testosteron klarer im Kopf und haben eine stärkere Libido. 😉

In der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, tritt nun verstärkt das Entspannungshormon Progesteron im Körper auf, das von der kaputten Eihülle produziert wird. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutter mit Nährstoffen versorgt wird (für den Fall, dass das Ei befruchtet wurde, auch wenn es das nicht sein sollte). Wenn das Progesteron das Östrogen im Körper übersteigt, führt dies zu Stimmungsschwankungen und Schlappheit.

Gegen Ende des Zyklus (ca. 22. Tag) sinken die Level an Östrogen und Progesteron ab. Die unbefruchtete Eihülle implodiert. Es können Wassereinlagerungen an Händen, Füßen, Brüsten und sogar im Gesicht auftreten. Gesundheitliche Beschwerden wie Asthma oder Migräne können sich verstärken. Es tritt die oben beschriebene psychische Gereiztheit vor der Periode auf, denn das Wohlfühlhormon Östrogen und das Entspannungshormon Progesteron sind ja nur noch in niedrigen Dosen vorhanden.

Exakt 14 Tage nach dem Eisprung tritt die Periode ein. Ein neuer Zyklus beginnt und das Spiel der Hormone fängt wieder von vorne an. Ein neues Ei beginnt bereits heranzureifen.

Was kann man gegen die psychische Gereiztheit im Zuge der PMS tun? Ärzte empfehlen eine möglichst gesunde Lebensweise – also eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und wenig Stress.

Der Hormonspiegel im Laufe der Jahre

Der Hormonspiegel variiert nicht nur während des Zyklus, sondern auch je nach Alter einer Frau. In den Zwanzigern und Dreißigern überwiegt allgemein das Östrogen. Dies bewirkt, dass man sich mehr um andere kümmert als um seine eigenen Bedürfnisse. Ab den Vierzigern nimmt zuerst das Progesteronlevel stetig ab. Dies hat den Effekt, dass man weniger entspannt wird. Auch das Östrogen nimmt allmählich ab, wodurch man weniger fürsorglich wird. Durch das nun im Verhältnis stärker vorhandene Testosteron denkt man klarer, nimmt mehr seine eigenen Wünsche wahr und hat mehr Antrieb, diese umzusetzen. Um die negativen Begleiterscheinungen (z.B. Gewichtszunahme, Faltenbildung) des sinkenden Progesteron- und Östrogenspiegels in den Griff zu bekommen, kann man eine Hormonersatztherapie unter ärztlicher Aufsicht beginnen.

PS: Nicht nur bei Frauen ändert sich der Hormonspiegel mit dem Älterwerden. Während Frauen Progesteron und Östrogen abbauen, nimmt bei den Männern der Testosteronspiegel ab. Dieser Prozess setzt schon in den Dreißigern ein und drückt sich am Körper beispielsweise durch eine geringere Muskelmasse und mehr Speck an den Brüsten aus.

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