Bücher über das Leben Teil 2 – Die Not-To-Do-Liste

Beware of Bad Manners

Es gibt auf dem Ratgebermarkt eine Unzahl an Büchern, die einem Tipps geben, wie man ein erfolgreiches und glückliches Leben führen kann. Der Schweizer Bestseller-Autor Rolf Dobelli hat, inspiriert von einer Rede des Investors Charlie Munger vor Uniabsolventen, den Spieß umgedreht, und 52 Lebensfehler in einer „Not-Do-To-Do-Liste“ zusammengestellt, die man tunlichst vermeiden sollte, wenn man ein gutes Leben führen will.

Neben offensichtlichen Ratschlägen, wie dass man von Alkohol oder Drogen fernbleiben oder sich nicht mit Miesepetern umgeben sollte, sind auch ein paar Tipps dabei, die ich anregend und hilfreich finde und hier kurz beschreiben möchte.

Die folgenden Tipps sollte man laut Dobelli beherzigen:

  • Man sollte nichts verkümmern lassen (Not-to-Do: Lasse alles verkümmern)

Sei es das eigene Haus, der Körper, die Beziehung zu seinem Partner: es bedarf konstanter Anstrengung und Beobachtung, alles instand zu halten. Diese Aufgabe ist langweilig, aber notwendig. Wenn etwas erstmal kaputt gegangen ist, ist es leider zu spät oder sehr mühsam, um es wieder einfach zu reparieren.

  • Sei zuverlässig (Not-To-Do: Sei unzuverlässig)

Viele erfolgreiche Menschen müssen nicht übermäßig gebildet, schön oder reich sein. Ein Wert, der aber zählt, ist Zuverlässigkeit. Dies gilt im Großen bei Geschäftsverträgen und im Kleinen bei Beziehungen. Ist jemand unzuverlässig, schadet das der Reputation. Ein erfolgreiches Geschäft baut man in der Regel über viele Jahre auf, einen guten Ruf kann man durch Unzuverlässigkeit innerhalb von Minuten zerstören.

  • Suche Dir einen geeigneten Lebenspartner aus

Laut Dobelli hängt die Lebensqualität maßgeblich von zwei Dingen ab: von der Qualität der Gedanken und der Qualität der Beziehungen. Die Qualität der Beziehungen wiederum wird vor allem durch unsere Lebenspartnerschaft bestimmt, da wir hier die meiste Zeit verbringen. Ist die Beziehung oder Ehe schlecht, leidet man im Leben. Wenn man den richtigen Partner gefunden hat, sollte man wiederum Energie darin reinstecken, um sie zu festigen.

  • Mache Pläne (Not-To-Do: In den Tag hineinleben)

Um Dinge umzusetzen, vor allem wenn sie unangenehm sind, sollte man sich eine To-Do-Liste mit Deadlines erstellen. Außerdem sollte man sich für die Aufgaben Zeitblöcke im Terminkalender reservieren. Sogar Schriftsteller gehen so vor, indem sie sich mehrere Stunden am Tag für das Schreiben reservieren, auch wenn sie keine Lust auf Schreiben haben.

  • Vermeide eine (Karriere-)Einbahnstraße

Der Karriereweg, den man eingeschlagen, verläuft meistens linear: mit der Zeit steigt man auf, bis man einen Expertenstatus und/oder eine Führungsposition erreicht hat. Doch man sollte sich auf seinem Erfolg nicht ausruhen. Es ist ratsam, irgendwann die Branche zu wechseln oder seine Fähigkeiten upzudaten, vor allem wenn diese von einem Strukturwandel betroffen sind und im Begriff sind, in Zukunft nicht mehr gefragt zu sein. Dobelli rät, sich laufend weiterzubilden und frühzeitig auszusteigen, bevor das Schiff sinkt.

  • Gehe Psychos aus dem Weg

Man kann die Menschen nicht verändern, aber man kann die Menschen um sich herum ändern. Dieses Sprichwort besagt, dass man sorgfältig die Menschen, mit denen man seine Zeit verbringt, auswählen sollte. Menschen, die einen an der Waffel haben, wie Psychopathen, Manipulatoren, sprunghafte Menschen, Narzissten, Nörgler oder Menschen mit einer Opferhaltung sollte man aussortieren, um seinen Seelenfrieden zu bewahren.

  • Traue dich, Nein zu sagen (Not-To-Do: Immer Ja sagen)

Bei Einladungen immer gleich zuzusagen oder jeder Anfrage für Hilfe gleich entgegenzukommen, ist zwar nett, aber kann fatal sein, wenn die Anfragen die eigenen Zeit- und Kraftkapazitäten übersteigen. Unsere Zeit ist limitiert, und deshalb sollten wir weise damit umgehen. Der Autor Dobelli empfiehlt, sich zu überlegen, was man alternativ bei einem Unternehmungsvorschlag tun könnte und was das einem wert ist. Auch empfiehlt er die 5 Sekunden-Regel: Bei einer Anfrage sollte man standardmäßig nach 5 Sekunden „nein“ sagen, es sei denn die Anfrage ist wichtig oder außergewöhnlich. Die Fähigkeit, sich abzugrenzen, führt zu besseren Entscheidungen und mehr Zeit im Leben.

  • Vermeide die Inhaltsfalle

Wir leben in einer Welt der Über-Information. Es gibt einen endlosen Strom an Artikeln, Podcasts, Blogs, Videos und Social Media-Posts, der auf uns einströmt. Noch dazu das überbordende Entertainment-Angebot an Filmen, Serien und Musik. Man wird dazu verführt, seine Aufmerksamkeit zu verstreuen und überall und doch auch nirgendwo zu sein. Man droht in der „Content-Flut“ zu ertrinken. Rolf Dobelli empfiehlt, zuerst einmal primär den Content zu konsumieren, der einen voranbringt und im Kompetenzkreis liegt. Der Kompetenzkreis ist unser Fachwissen oder der Bereich, in dem wir Meisterschaft erlangen wollen. Aber auch hier sollte der Content-Konsum nicht zu viel Zeit einnehmen und begrenzt werden. Maximal vier Stunden pro Woche sollte man für exzellente Inhalte außerhalb des Kompetenzkreises einplanen, um auf neue Ideen zu kommen. Und auch reine Unterhaltung ist in geringen Dosen erlaubt. Ein weiterer Tipp ist, sich aktiv mit den Inhalten zu beschäftigen, anstatt sich nur berieseln zu lassen. Das kann so aussehen, dass man sich dazu Notizen macht oder eine Mindmap erstellt. Auch ist es ratsam, gute Bücher oder sonstige Videos zweimal durchzugehen, da dann mehr hängen bleibt.

Die genannten Tipps versuche ich umzusetzen. Bei manchen Tipps stellt sich bei mir die Frage, ob sie von einem zu rationalen Menschenbild ausgehen. Schließlich sind wir keine Schweizer Uhrenwerke, die immer gleich ticken, sondern mitunter auch mal faul, schlecht gelaunt und unperfekt. Es ist nur wichtig, dass man aus seinen Fehlern lernen kann.

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